Eltern für Kinder im Revier e.V.

Kinder brauchen beide Eltern!

Dieses Schreiben haben wir am 09.01.2026 an den Rowohlt-Verlag (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.) gesendet

 Sehr geehrte Damen und Herren,

in der taz vom 8.1.2026 veröffentlichte der Aktivist Matthias Meisner eine massive Kritik über das Buch "Werde ich meine Kinder jemals wiedersehen" der Autorin Thea Thalbusch, welches in Ihrem Verlag mit dem Erscheinungstermin 13.03.2026 angekündigt ist.  [Anm.: Auf einen Link verzichten wir bewusst, um keine Einnahmen durch Klickzahlen zu generieren].

Die Kritik von Herrn Meisner deckt sich nicht mit den Erfahrungen, die uns alltäglich in unserer Selbsthilfearbeit geschildert werden. Sie ist realitätsfremd. Aus unserer Sicht handelt es sich bei dem Buch von Thea Thalbusch um ein wichtiges Buch. Sein Thema gehört in den öffentlichen Diskurs.

Wir als seit über 25 Jahren in diesem Bereich tätigen, geschlechtsunabhängigen Selbsthilfeverein möchten Sie ausdrücklich dazu ermuntern, sich der Stimmungsmache nicht zu beugen und das Buch in der von Ihnen geplanten Form zu veröffentlichen. Eltern-Kind-Entfremdung ist ein reales existierendes Phänomen, welches jeder professionell damit befassten Instanz wie Gerichten, Jugendämtern und Sachverständigen bestens bekannt ist. Zahllose wissenschaftliche Artikel und Urteile bis höchsten rechtlichen Instanz in Europa - dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte - belegen die Existenz. Quellen können wir auf Wunsch gerne detailliert benennen.

Das Phänomen der Eltern-Kind-Entfremdung wird nur von Kreisen geleugnet, die von der bestehenden Lage wirtschaftlich profitieren oder eigenes, entfremdendes Verhalten schützen wollen. Die sichtbaren Aktivisten sind seit Jahren die gleichen, gut mit Medien vernetzt und verweisen als Referenz aufeinander. Die Finanzierung dieser Kreise und der von ihnen betriebenen Kampagnen ist intransparent. Sie versuchen, mit der veralteten und längst widerlegten PAS-Theorie Einfluss auf die Meinungsbildung zu nehmen, um den gesamten Problemkomplex als nicht existent zu beschreiben. Dabei verbreiten sie insbesondere das Narrativ, nach welchem gewalttätigen Elternteilen Kinder unter der Behauptung einer Eltern-Kind-Entfremdung systematisch zugeordnet und als Machtmittel gegenüber den anderen Elternteil genutzt werden. Diese Behauptung ist bis heute durch keine einzige letztinstanzliche Entscheidung belegt. Aktenzeichen werden nicht benannt, Quellensuchen enden in Zirkelbezügen auf Publikationen des immer gleichen, kleinen Personenkreises. 

In der heutzutage gültigen Rechtspraxis reicht ein unscharfer und unbelegter Gewaltvorwurf, um einem Kind erfolgreich und langfristig einen liebenden Elternteil zu nehmen.

Wir selber engagieren uns als 1999 gegründeter Selbsthilfeverein für Elternteile, deren Kontakt zu ihren Kindern aufgrund von Trennung und Scheidung eingeschränkt oder gar nicht mehr vorhanden ist. Eltern-Kind-Entfremdung ist ein komplexes psychologisches Problembild, welches für jeden Einzelfall individuell und qualifiziert betrachtet werden muss. Die für diese Betrachtung notwendige Fachkompetenz liegt bei den häufig völlig überlasteten Mitarbeitern der Jugendschutzbehörden und den Familiengerichten nur selten vor. 

Der von den Aktivisten inszenierte Geschlechterkampf ist nicht existent. Nach unserer Beobachtung steigt der Anteil betroffener Mütter kontinuierlich und macht in unserer Beratung inzwischen eine Quote von ca. 40% aus. Faktisch ist es für Mütter in Deutschland aufgrund der eher traditionellen Rollenverteilungen etwas schwerer, entfremdet zu werden, ist dies jedoch geschehen, sammeln sie exakt die gleichen Erfahrungen wie Väter. Sie leiden aber in der Regel noch stärker, da sie und ihre Kinder nicht als Opfer wahrgenommen werden, sondern ihnen aufgrund des geprägten Narrativs per se unterstellt wird, dass sie etwas zur Situation beigetragen haben und eine Entfremdung berechtigt ist.

Den Versuch der Aktivisten, Einfluss auf Ihre verlegerische Entscheidung zu nehmen, betrachten wir als gesellschaftliche Gefahr und er sollte auch bei Ihnen Zweifel wecken. Probleme verschwinden nicht, weil sie von gut vernetzten Lobbyisten im Rahmen eines Shitstorms als nicht existent benannt werden. Im Gegenteil: Die Schäden, die betroffenen Kindern und Eltern zugefügt werden, sind dauerhaft, generationenübergreifend und belasten mit ihren Auswirkungen unsere Gesellschaft langfristig. 

Wir würden es daher sehr begrüßen, wenn Sie sich als Verlag nicht dem Druck dieser Aktivisten beugen und die Gesellschaft pluralistisch so darstellen würden, wie sie ist.

Mit freundlichen Grüßen

    Eltern für Kinder im Revier e.V.