Eltern für Kinder im Revier e.V.

Warum „Eltern für Kinder im Revier e.V.“?

Jedes Jahr müssen in Deutschland etwa 300.000 Kinder unter der Trennung ihrer Eltern leiden. Hinzu kommen die Kinder, denen die – nicht-eheliche – Mutter es verweigert, überhaupt einen Vater zu haben, sei es durch Verschweigen von dessen Identität gegenüber dem Standesamt oder sei es durch systematische Ausgrenzung des Vaters aus dem Leben seines Kindes. Etwa 150.000 Kinder werden dabei zu faktischen Halbwaisen, sie haben keinen Kontakt zum anderen Elternteil mehr, meistens zum Vater. Aber auch ein steigender Anteil der Mütter („weibliche Väter“) erleidet dieses Schicksal im Rahmen der Trennung.

Ratlosigkeit und emotionale Hilflosigkeit sind in dieser Situation typische Gefühle des ausgegrenzten Elternteils. Zunächst fällt es vielen Menschen auch schwer, über die gescheiterte Beziehung und die schwer wiegenden Folgen überhaupt zu reden.

Die amtlichen Beratungs- und Entscheidungsstellen, wie kirchliche oder soziale Dienste, Jugendamt oder Familiengericht geben hierzu wenig Hilfestellung, und die Betroffenen fühlen sich noch mehr verloren im Dschungel der Gesetze und Bürokratie. Verwandte und Freunde sind zwar oft gewillt, zu helfen, aber sie können sich – mangels eigenen Erlebens – nicht vorstellen und nicht nachfühlen, wie sich der Betroffene fühlt.

Dies ist die „klassische“ Situation, in der eine Selbsthilfegruppe Halt und Hilfe bieten kann. Hier findet sich eine Gruppe von Menschen, die diese Erlebnisse und diese Gefühle selbst schon durchlebt haben. Eltern für Kinder im Revier e.V. (EfKiR) ist eine solche Selbsthilfegruppe.

Wer ist „Eltern für Kinder im Revier e.V.“?

EfKiR wurde im März 1999 gegründet als regelmäßiger Treff von Elternteilen, die im Rahmen von Trennung und Scheidung von ihren Kindern getrennt wurden und feststellten, dass sie mit ihrem Problem nicht allein und kein Einzelfall sind.

Schnell wurde der Wiese e.V. – der Verband der Essener Selbsthilfegruppen – auf die Gruppe aufmerksam und bot ihr Zusammenarbeit und Unterstützung an. Seitdem füllt EfKiR eine bis dahin bestehende Lücke im Selbsthilfeangebot der „Wiese“.

Die Gruppe wuchs zahlenmäßig, es kamen immer mehr Väter, aber auch Mütter aus den Nachbarstädten dazu. Es wurde neben dem monatlichen Essener Gruppenabend ein zweiter Gruppenabend in Gelsenkirchen eingerichtet. Auf Wunsch vieler Mitglieder konstituierte sich die Selbsthilfegruppe im Januar 2003 als eingetragener Verein.

Die Gründungsmitglieder wählten den Namen "Eltern für Kinder im Revier", weil es ihnen wichtig war, deutlich zu machen, dem Kind nach Trennung der Eltern Vater und Mutter zu erhalten.

Bei EfKiR kann man sich auch aktiv einbringen und engagieren:

  • Mithilfe bei der Vorbereitung und Durchführung von Infoständen...
  • sich austauschen mit anderen Betroffenen und als Gesprächspartner zur Verfügung stehen...
  • Mitarbeit bei unseren Offenen Treffen...
  • Ideen schmieden für Aktionen, durch die unser Verein und unsere Ziele in der Öffentlichkeit bekannter werden...
  • Wie arbeitet „Eltern für Kinder im Revier e.V.“?

    EfKiR ist in erster Linie ein Selbsthilfeverein der von ihren Kindern getrennten Elternteile. Die Selbsthilfearbeit wird geleistet im Rahmen der monatlichen Selbsthilfeabende und ausgehend hiervon in geeigneten Fällen in kleineren, nicht öffentlichen Gruppen sowie in Patenschaften. Grundprinzipien der Selbsthilfeabende sind insbesondere:

    • Offenheit für jeden, der familienrechtliche und damit zusammenhängende wirtschaftliche sowie gesundheitliche Probleme hat,
    • ein Forum zur Darstellung des persönlichen Problems zu bieten,
    • dem Hilfesuchenden Verständnis zu bieten, ihm zu helfen, seine Situation zu analysieren, ihn von Irrwegen abzubringen und ihm zu helfen, eigene Strategien zur Lösung seiner Lebenskrise zu entwickeln,
    • Mut zu machen für die mühevolle Arbeit für die Beziehung zum Kind (nicht um das Kind!) und dessen Recht auch auf erlebbare Liebe des und Beziehung mit dem anderen Elternteil.

    Darüber hinaus arbeitet EfKiR daran, die rechtlichen Rahmenbedingungen für die von ihren Kindern getrennten Elternteile allgemein zu verbessern. In Gesprächen mit Politikern, Jugendamt, Gericht, Polizei etc. weisen wir auf die Problematik unserer Situation hin und leisten Überzeugungsarbeit. Durch Infostände, Vorträge und Pressearbeit wird unsere Problematik und Arbeit der Öffentlichkeit bekannt gemacht.